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Feiertage

Das tollste an Israel sind definitiv die Ferien. Allein der Oktober beschert mir zwei Wochen davon. Und während die Israelis ihre Feiertage begehen, an denen sie NIX tun, nutze ich die Zeit, dahin zu fahren, wo ich mich am Wohlsten fühle: In die Westbank!

Seltsam, dass ich mir dort so wohl fühle, eigentlich ist alles komplizierter... die Mobilität, mein Dasein als weibliches europäisches Wesen und so weiter. Trotzdem schaffen es die Palästinenser, dass man sich zu ihnen hingezogen fühlt, irgendwie daheim, dazugehörig. Paradoxerweise ist auf der anderen Seite der Mauer alles leichter und angehmer. Für mich zumindest.

Dort finde ich auch, warum ich hier bin: Menschen, die interessiert sind an dem, was in diesem Land wirklich passiert, anstatt Eretz Israel so zu sehen,wie sie es möchten. In Haifa kann man leicht verdrängen, dass man sich an einem Platz befindet, der regelmäßig in den Nachrichten aufaucht. Zu leicht. Man kann sich mit alltäglichen Dingen bschäftigen. Als Student der international school kann man sogar an wildromantischen Ausflügen mit Übernachtung teilnehmen und Schabbat Dinner unterm Sternenhimmel kochen. Wie vor 60 Jahren zu Zeiten der ersten Israelis. Natürlich in Absprache mit den Sicherheitskräften. Ein romantisches Bild von einem Land, das nicht mehr die Ideale von vor 60 Jahren hat. Ausflüge in die Westbank, nach Gaza und neuerdings auch nach Ägypten sind nicht gestattet: Terrorgefahr und die Versicherung greift nicht. Ach so! Na dann bleiben wir mal lieber in sicheren Gefilden nicht wahr.

Ein paar Kilometer weiter südlich sieht das Leben anders aus. In Jerusalem liefern sich strengreligiöse Menschen eine Art Glaubenskrieg und zwanzig Minuten später fängt die Westbank an. Einige Dinge haben sich geändert im letzten Jahr. Die Straße hinter Qalandiyya verdient jetzt den Titel Straße. In Ramallah verzeichnet das Projekt "Zebrastreifen" erste Erfolge, nachdem rundum Eisengeländer aufgestellt wurden, die zu einer Benutzung dieser seltsamen weißen Striche zwingen. Ein herrlicher Anblick. Das Chaos ist immer noch dasselbe. Al-7amdulillah! Nur ein bisschen verringert dieser Tage, da immer noch Ramadan ist.

Von Ramallah führt es mich weiter zum eigentlichen Ziel meiner Reise: Nach Zahariyye, einer kleinen Stadt nahe Hebron, umgeben von orangefarbenen Lichtern unzähliger Siedlungen.

       

Hier wohnt die Achtköpfige Familie meiner Freundin Abeer, die mich schon als Familienmitglied aufgenommen haben. Die nächsten Tage sind geprägt von Essen - es ist 3eid, das Fest des Fastenbrachens - Ma3mul backen, schlafen, ausspannen, Argilah rauchen... Man redet über das was passiert ist im letzten Jahr in der Westbank im Allgemeinen und Hebron im Speziellen. Über das Leben in Zahariyye. Macht Besuche. Freut sich einfach, wieder beisammen zu sein.                                                  

 Diskutiert mal wieder Islam und Christentum ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Spaziert durch Zahariyye - Zahariyye besitzt sogar so etwas wie eine Altstadt, die mit internationalen Geldern restauriert wurde. Ein schöner Fleck. Schade, dass die Touristen ausbleiben werden. - Schmiedet Pläne für die nächsten 4 Monate.

             

  Diskutiert weiter über die üblichen Themen - Palästina, Israel, Hamas, die Zukunft...Mit Abeers Bruder Nassar verstricke ich mich in eine fünftägige Diskussion über "Haram" (Verbotenes) und Familienehre begleitet vom Rauch der Argilah.... 

 

 Mein Arabisch taucht aus verstaubten Ecken langsam wieder auf und ermöglicht mir auch 20wörtigre Konversationen mit den jüngeren Mitgliedern der Familie. Ich genieße diese fünf Tage in Zahariyye.

Als Nassar mich zum Taxi zurück nach Haifa - über Hebron, Bethlehem, Jerusalem, Tel Aviv - bringt, läuft eine verschleierte Frau, die ich noch nie gesehen habe, an uns vorbei und flüstert ihrem Sohn etwas zu. Nassar und ich lachen. Sie sagte einen Satz, den ich die Tage öfter auf der Straße vernommen habe : Hadha Sa7iba Abeer min Almanya - Das ist Abeers Freundin aus Deutschland. Ich bin schon eine kleine Berühmtheit in Zahariyye. Ausländer verirren sich normalerweise nicht hierher.

 Der Heimweg dauert ca. 4,5 Stunden. Zwei Stunden von Jerusalem nach Haifa. Und zweieineinhalb STunden von zahariyye nach Jerusalem -für einen Weg, der nicht länger als eine Stunde dauern dürfte.

Willkommen zurück in der Westbank!

4.10.08 18:28


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Partynaechte und der Gleichen

Hallo, also heut ist schon der 30.9. und es ist auch wieder einiges Neues passiert.

 

Am Sonntag hatten die Syrer ein gmeinsames Essen mit usn und den Dozenten aus Berlin geplant. Da wir aber am Montag ja unsere Prüfungen hatten wollten die m,eisten nicht hin. Thomas, Nils, Oliver und ich sind dann aber doch hingegangen, denn das Restaurant war echt nur 5 Minuten von uns weg. War eigentlich ganz nett, haben auch mal eben die syrischen Studenten in unserem Austauschprogramm kennen gelernt und uns auch weiter mit den Dozenten unterhalten. Frau Elamir war auch anwesend und hat nach unserem Befinden und so gefragt und ob wir uns jetzt eingelebt haben und uns gut zurechtfinden. War ein ganz netter Abend und als Prüfungsvorbereitung gepflegt ein Glas Rotwein zu trinken ist ja aus was Schönes. Naja, mein Arzttermin an diesem Abend ist dann leider ausgefallen, denn Sacher hatte keine Zeit. Am nächsten Tag bin ich dann alleine hingefahren. Nur der Thomas ist mitgefahren, damit ich nicht alleine Taxifahren muss. Jeder denkt sich etz bestimmt, dass das kein Problem ist, allerdings versucht mal jemanden den Weg zu erklären, den ihr selbst eigentlich nicht kennt. Und außerdem ist das hier nicht so wie in Deutschland, man macht meistens so ungefähre Richtungsangaben wo man hin möchte, Straßennamen sagen vielen hier nichts. Zum Glück hatte ich aus der Praxis einen Zettel, der auf der Rückseite eine Wegbeschreibung hatte. Ach, der Arzt sagt es ist alles in Ordnung, ich soll nur noch ein paar Medikamente nahmen, damit alles ganz sicher weg ist, aber alles passt wieder. Naja, nachdem das geschafft war sind Thomas und ich zu Fuß zum Suq Sarudscha gelaufen, haben es uns dabei nicht nehmen lassen mal am Four Seasons nachzufragen, wo man denn ausländische Zeitungen bekommen kann. Leider haben wir nach denen ihren Angaben auch keine gefunden, und ihre geben sie ja natürlich nicht her. Denn in den meisten Reiseführern steht, dass in der nähe von großen und teueren Hotels ausländische Zeitungen zu bekommen sind. Wir haben keine gefunden, aber dafür noch ein bisschen was von der Gegend gesehen. 

Naja, am Suq hab ich mich dann mit Oliver und Nils treffen wollen, denn wir wollten noch in das Seminar von den beiden Berliner Dozenten gehen. Ich hab da dann mit Thomas gewartet, dass Nils mich abholt und auf einmal fangen die Leute alle das Schreien und Wegrennen an und Thomas und ich standen da nur wie angewurzelt, denn wir haben ja nicht verstanden was los war. Aber uns muss der Schreck so in den Gesichtern gestanden haben, denn ein alter Mann hat dann gemeint, dass es kein Problem gibt und wir ruhig weiterlaufen können. Aber um ehrlich zu sein, was denkt man denn, wenn einem alle schreiend entgegen rennen und zwei Tage vorher ein Anschlag verübt wurde?!

Naja, am Ende waren es irgendwie nur ein paar Polizisten, die irgendwelche Straßenhändler hochgehen haben lassen. Naja, gut verlaufen, der Puls war trotzdem weit über 100.

 

Naja, ich war dann mit Nils und Oliver in einem „Cafe“. Also so würde ich es echt nicht bezeichnen, denn es war eigentlich nur so eine Einhöhlung zwischen 2 Häusern oder so etwas und da war eine Bank mit ein paar Kissen drinnen und so kleine Hocker als Tisch. Mehr als 5 Personen passen da sicherlich nicht rein. Wir drei saßen da also und dann kam noch ein alter Mann. Der hat sich dann irgendwann mit uns unterhalten. Er hat uns erzählt, dass er Landvermesser war und wohl auch mal eine Zeit lang irgendwie bei Mercedes gearbeitet haben muss und so. Man hat nicht explizit jedes Wort verstanden, was er gesagt hat, aber am Ende wusste man doch, was er einem eigentlich sagen wollte. Er hat auch viel über Religion geredet, dass für ihn alles irgendwie etwas, naja sagen wir mal nicht ganz klar ist. Warum muss man denn fünf Mal am Tag beten und warum muss man in bestimmte Gebäude gehen. Gott ist groß und steht über allem und ist mit Gedanken kaum zu fassen. Er war der Meinung man sollte das zwischen sich und Gott ausmachen und dabei mache es auch keinen Unterschied, wie dieser Gott denn nun heiße. War auf jeden Fall sehr lustig. Wir waren in diesem kleinen Kabuff eigentlich nur gesessen, denn wir haben darauf gewartet, dass es ein Uhr wird, denn ein paar Läden weiter gibt es einen Mann, der jeden Tag so 2 bis 3 Gerichte kocht und diese dann in kleinen Boxen zu 50 Lira verkauft. Wir haben uns dann drei so Boxen geholt, einmal Kartoffeln mit Curry (nichts für mich), dann Reis mit Erbsen und dann noch Taze Fasulya, also grüne Bohnen. War echt lecker, besonders dann noch mit dem frischen Brot aus der Bäckerei nebenan. War echt gut und es ist nicht teuer. Und es hat mich so an das Essen von zu Hause oder eben bei meiner Oma erinnert. Der alte Herr meinte auch, dass ich ja das Essen alles kennen müsste, denn die Türken und die Syrer sind zumindest in dem Punkt fast gleich. Wo er Recht hat, hat er Recht.

Nach dem ausgezeichneten Mahl  sind wir dann wider in die Uni und haben uns an dem Europa-Seminar wieder beteiligt. War ganz nett, denn wir durften eine kleine Gruppenarbeit zur Euro-Mediterranen Zusammenarbeit machen, also dass heißt ein Deutscher und der Rest dann Syrer in einer Gruppe. War echt nett und nach dem Kurs haben wir alle noch eingeladen den Abend bei uns zu verbringen, denn wir hatten ja an dem Tag auch noch unseren letzen Uni-Tag und wollten etwas feiern.

Ach, ja am Sonntag hatten wir unsere mündliche Prüfung, das heißt eben zu zweit sich vor dem Lehrer über bestimmte Sachen unterhalten. Ich war mit Nadschma dran, einer kleinen Südkoreanerin. Das war eigentlich ganz lustig, wie es aber bewertet wurde, das weiß ich auch nicht. Und am Montag hatten wir eben den schriftlichen Test. Den fand ich leider nicht so gut, denn ich habe den Text kaum verstanden und die Fragestellungen waren auch nicht klar. Aber da ging es den meisten bei mir im Kurs so, denn unser Lehrer hat mehrere Fragestellungen dann anders formuliert und erklärt. Naja, mal schauen was das wird.

 

Gut, nach dem Seminar haben wir dann noch Fotos mit den Berlinern gemacht und sind dann auch Heim. Zu Hause hieß es dann eigentlich nur noch fertig machen und Bier kaufen. Die beiden Belgier haben für uns Essen gekocht, Spaghetti und Bolognesen-Sauce. War lecker. Naja wir hatten etwas Panik vor unserer kleinen Feier, denn irgendwie muss es sich rum gesprochen haben, dass wir feiern und wir wollten eigentlich nur eine kleine Runde machen und nicht alle Studenten in Bab Tuma in unserem Haus haben. Naja, unser Vermieter muss am Nachmittag auch schon da gewesen sein und hat sich beschwert, warum er nichts von einer Feier weiß und so. Ich mein, wir müssen ihm nicht bescheid sagen, zumindest war das von Anfang an so ausgemacht und wir werden es auch garantiert bei der nächsten Party auch nicht tun. Aber er muss irgendwie von irgendwelchen Leuten in seinem Laden gehört haben, dass ne Party satt findet und war dann irgendwie darüber nicht ganz so erfreut. Zudem muss er bei einem seiner anderen Häuser damit echt Probleme gehabt haben, dass eben irgendwelche Besoffene viel kaputt gemacht haben. Naja er ist am Abend dann auf jeden Fall aufgetaucht und hat sich etwas aufspielen wollen, doch hat Nils das ganz schnell geregelt und ihm deutlich zu verstehen gegeben, dass wir Gesichtskontrollen durchführen und Leute die wir nicht kennen, oder nicht mögen nicht zur Tür reinkommen. Was auch super funktioniert hat, denn Nils hat schon einen ganzen Haufen Leute abgewiesen. Ich hab um 2 Uhr auch noch mal Leuten gesagt, dass sie bei uns nichts verloren haben und auf der Suche nach einer Party bitte weiterziehen sollten. Naja, er hat gesehen, dass alles gesittet abgelaufen ist und heute Früh war er auch da uns hat gesehen, dass wir den meisten Dreck schon entfernt hatten. Ich denke, dass er somit zufrieden war.

Von den Syrern, die wir eingeladen hatten kamen zwei. Und die beiden Berliner Alex und Andreas kamen auch und noch gaaaanz viele andere Leute. Der Ali hat sich auch noch mal blicken lassen, natürlich mit seiner Freundin. War also echt ein schöner Abend, nur mir ist aufgefallen, dass ich leider gar keine Fotos gemacht habe. Und die Fotos die Dalal gemacht haben wird, da werden wohl hauptsächlich sie, Anna, Tina, Hürmüz und Sacher drauf sein. Die haben sich etwas abgekapselt gehabt.

 

So um 3 Uhr waren die meisten, oder sogar alle Gäste schon weg. Ich habe dann noch etwas aufgeräumt und mich dann auch ins Bett gelegt. Heute früh wurde ich dann um 11 Uhr von meiner Mutter geweckt, die mir alles Gute zum Feiertag wünschen wollte. Denn heute ist der letzte Tag des Ramadan, also ist morgen das „Zuckerfest“. Allerdings rechnen die Türken anscheinend etwas anders, denn bei denen ist heute schon feiern angesagt. Ich dachte auch, dass man das irgendwie schon Jahre vorausberechnen kann, dem ist aber nicht so. Man muss nämlich schauen, an welchen Tag man das erste bisschen des Mondes wieder sieht, dann ist nämlich am Tag danach der Feiertag. Also morgen erst, denn die vorletzte Nach gab es noch keinen Mond. Ich hab danach wieder geschlafen .Ansonsten haben wir heute alle nicht viel gemacht, Oliver und ich sind mal wieder zu Winner’s und haben und was Fettiges gegönnt. Danach hab ich wieder geschlafen, denn ich war von den letzten Tagen echt fertig.

Heut hab ich wieder stundenlang Sirenen gehört, aber was es war weiß ich nicht. Meine Eltern haben nicht besorgt angerufen, also war es eventuell nichts Schlimmes.

 

So, morgen werden wir wohl alle nach Aleppo fahren. Das ist mal so der erste Plan. Wie das dann weitergeht weiß noch keiner, wir werden uns wohl dann aufsplittern. Aber naja, deswegen muss ich jetzt auch mal aufhören, denn ein bisschen Schlaf wäre dann sicherlich noch gut. Denn jetzt muss ich mich dann ja ins Internet-Cafe begeben und das hier auch mal online stellen.

 

Also, ich werde mich bald wieder melden und dann sicherlich ausführlich von unserem Trip berichten. Ich hoffe ihr alle genießt noch die letzten freien Tage vor dem Semester und lasst euch von dem kalten Wetter nicht zu sehr die Laune verderben. Wenn es euch tröstet, hier ist es auch nicht mehr so warm, wir tragen abends auf jeden Fall alle lange Sachen und es geht voll der starke Wind.

 

Macht’s gut und bis bald!

30.9.08 21:30


Nach langer Zeit....Eintrag vom 27.9.

Hey, also ich hab mich ja schon ne ganze Weile nicht mehr gemeldet, aber ich war krank.

 

Seit dem letzten Eintrag ist viel und auch wieder nichts passiert. Ich hab erst mit starken Magenkrämpfen zu kämpfen gehabt und war dann in der Apotheke und hab da was bekommen. Aber danach kam es noch schlimmer, ich hab an einem Abend gemerkt, dass ich irgendwie Halsschmerzen bekomme und dann hab ich auch nur noch ganz schlecht Luft bekommen. Am nächsten morgen wollt ich dann zum Arzt gehen, hab aber erst am Abend nen Termin bekommen. Um 20 Uhr sollte ich dann dort sein, aber der Arzt kam erst so 45 Minuten später, war ja kurz nach Fastenbrechen, also war er zu Hause und hat erst mal gegessen. Naja, auf jeden Fall hatte ich ne Mandelentzündung aber zusätzlich muss ich noch irgendwas in die Lunge bekommen haben, auf das ich dann allergisch war, denn meine Bronchien haben sich zusammengekrampft und wollten sich nicht mehr so ganz öffnen. Der Arzt hat mir dann ne Spritze mit Steroiden gegeben und ich muss bis heute noch Antibiotika nehmen und noch irgendwelche Tabletten und auch noch so nen Hustensaft. Aber meine erste Erfahrung mit den Ärzten hier verlief soweit so gut. Der Arzt war nett und anscheinend auch kompetent, denn atmen kann ich wieder gut. Ich war dann in der Uni auch erst mal krankgeschrieben. Das einzig stressigere war von dieser Sprechstundenhilfe ne vernünftige Rechnung zu bekommen, die ich dann in Deutschland bei meiner Versicherung einreichen kann. Denn ich hab ihr gesagt, dass sie das Geld von mir erst bekommt, wenn ich einen vernünftigen Zettel mit all den Angaben, die ich brauche, in den Händen halte. Dementsprechend waren auch alle Anrufe, die sie auf ihrem Handy bekommen hat wichtiger als meine Rechnung. Also sie hat sich echt Zeit gelassen, hab da bestimmt 20 Minuten nur auf den Wisch gewartet und wenn man dann immer wieder vor zu ihr an diese Theke ist, dann wurde sie pampig, man soll sich wieder hinsetzen. Am Ende hatte ich was ich wollte, mir geht’s auch wieder besser, nur ich glaub das ich die Tabletten teilweise nicht so vertrage, denn ich hab die letzten paar Tage immer einen Puls von circa 120 gehabt, obwohl ich nur im Bett gelegen bin. Das ist dann wohl etwas zu hoch, aber es wird besser und die Packungen sind auch bald leer.

Also, Arztbesuch überlebt und auch davon profitiert, das muss ich hier mal herausheben, denn es muss einem ja nicht immer so gut ergehen. Gibt hier sicher auch genug Ärzte, bei denen man sich nicht so gut behandelt fühlt.

 

Aber ich bin nicht die einzige, der es schlechter geht. Hürmüz ist auch erkältet, hat Schnupfen und hustet. Dem Nils war gestern Morgen auch sauschlecht, er hat sich sogar zweimal übergeben müssen. An sich nicht so schlimm, das zweite Mal hat er sich allerdings den Kopf böse angeschlagen. Er hat es nicht mehr bis auf das Klo geschafft und über unserem Waschbecken im Hof, da stehen zwei so Metallstifte raus, auf denen so eine Art Ablage ist. Beim Vorbeugen musste leider der Kopf dran glauben, aber wir haben ihm einen netten Kopfverband gemacht und damit seine Haare nicht im Weg sind, hat er von mir auch noch einen hübschen Dutt bekommen.

 

Heute war ich das erste Mal wieder in der Schule, aber dann kam gleich der nächste Schreck, denn in einer unserer kurzen Pausen wurde eine der Italienerinnen von zu Hause angerufen, warum sie sich denn nicht meldet, ihre Eltern machen sich sorgen etc. Und dann gingen mehrere Handys los und wir haben erfahren, dass ein Bombenanschlag hier in Damaskus verübt wurde. Hab mich dann natürlich auch gleich zu Hause gemeldet. Mittlerweile weiß ich von meinen Eltern, dass eine Autobombe vor einem der Regierungsgebäude oder Geheimdienstgebäude explodiert sein muss, irgendwo auf dem Weg zum Flughafen. Ich mein heute früh haben wir schon einen ziemlich lauten Knall gehört, auch wenn mir Thomas in dem Moment weiß machen wollte, dass die Katze was auf dem Dach umgeschmissen hat. Und danach auch Sirenen und alles, aber ich mein, wir haben uns dabei nichts gedacht. Aber so im Nachhinein muss ich sagen, muss es echt schlimm gewesen sein, denn wir wohnen schon ein ganzes Stück von der Stelle entfernt.  Aber uns geht’s allen gut und falls wir hier mehr erfahren sollten, dann werden wir euch das natürlich wissen lassen, aber ich geh davon aus, dass ich mir, falls ich nähere Hintergründe zu diesem Anschlag wissen möchte, mir meine Informationen doch wieder aus dem Internet holen muss, und damit meine ich dann deutsche oder internationale Seiten.

 

Heute war nicht nur normal der Sprachkurs für uns, sondern auch der erste Tag an dem die beiden Dozenten aus Berlin ihr Europa-Seminar gegeben haben. Wir können ja leider nur zur zweiten Hälfte erscheinen, denn wir haben von 10 Uhr bis 13 Uhr ja unsere Sprachkurse. Heute waren wir dann also zu viert auch bei dem Seminar, denn die anderen haben sich eben durch Krankheit etc nicht so gut gefühlt und sind nach Hause gefahren. Durch das Seminar hab ich auch mal mehr von den syrischen Studenten zu Gesicht bekommen, denn wir kennen von denen ja auch nur den Humam. Also haben wir uns heute zwei Stunden genaueres über die EU auf Englisch angehört, ich mein wir nehmen ja nur als Gasthörer teil, denn Scheine dürfen wir in dem Seminar gar nicht erwerben. War aber trotzdem ganz nett, und ich hab sogar was gelernt. Ich mein die wenigsten von uns, die eben hier jetzt sind haben in Erlangen Seminare ausschließlich zum Thema EU besucht, sondern eben eher Sachen die mit dem Nahen Osten zu tun haben. Und die beiden Herren sind auch noch ganz nett, waren vorher noch mit ihnen in der Cafeteria gesessen und haben uns unterhalten. Den beiden scheint es hier auch zu gefallen, auch wenn sie nur sehr kurz hier sein werden. Für morgen Abend ist ein gemeinsames Abendessen geplant, aber wir, also die Deutschen, haben am Montag Klausur, mal schauen ob wir dazu stoßen können. War leider nicht so geschickt geplant der Termin, aber daran können wir jetzt auch nichts mehr ändern. Wir müssen den beiden morgen schon mal helfen und ihnen eines unserer Verlängerungskabel aus unserem Haus leihen, denn sie können leider nicht ihre Präsentationen vorführen, denn das Kabel, welches sie haben ist nicht lang genug. Naja und ein Hausmeister lässt sich in der Uni natürlich nicht finden. Ich glaub es gibt gar keinen, denn ansonsten wäre in dem Raum auch eine vernünftige Steckdose und nicht so ein halb aus der Wand rausgerissenes Ding. Oh man, und diese Bänke in dem Raum, man die waren echt grauenvoll!! Dagegen sind die Bänke im KH 2.011 oder Audimax echt Luxus pur!!! Da gab es nur so alte Holzbänke die mit Stangen alle aneinander festgemacht waren und unten dann so einen Rahmen gebildet haben, an dem dann das Brett für den „Tisch“ festgemacht war. So alte Bänke wie man sie von uralten Schulbildern kennt. Aber das Brett auf dem man gesessen ist war kaum breit genug um seinen Allerwertesten darauf zu platzieren. Naja, aber auch das haben wir überlebt.

 

Nach dem Seminar bin ich dann alleine mit dem Taxi heimgefahren, denn die anderen Mädels wollten noch mal in dieses Cham City Center um Katzenfutter zu kaufen. Ich dachte echt ich muss ausrasten, aber naja was soll’s, sollen sie soviel Geld wie sie wollen für diese dreckigen Straßenkatzen ausgeben. Aber als ich dann nach Hause gekommen bin hat nicht mal irgendeiner dran gedacht den Schildkröten ein paar Salatblätter zu geben und um 19 Uhr war es denen schon zu kalt zum Fressen, da bewegen die sich nicht mehr.

Zurück zum Taxi. Bin natürlich brav hinten eingestiegen und hab stur nach außen geschaut. Irgendwann ist dem Taxifahrer wohl der Kragen geplatzt und er hat angefangen mich alles Mögliche zu fragen. Ich mein es ist ja nett, dass sie einen fragen woher man kommt und was man studiert und wie lang man schon da ist und so. Aber kann mir mal einer erklären warum die immer gleich wissen wollen, ob man verheiratet ist???!! Als würde ich nach Syrien fahren um mir da einen Taxifahrer zu schnappen. Zum Glück hatte ich heute einen Ring am Finger und hab dann gesagt, dass ich verlobt bin. So werden die Leute wenigstens nicht aufdringlicher. Er wollte dann noch zur Bestätigung anscheinend, alles Mögliche über den Herren wissen, ob er Moslem ist, ob er auch studiert undundund. Naja, man kann ja seine Phantasie spielen lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man hier zweimal denselben Taxifahrer bekommt ist relativ gering. Hier gibt’s nämlich so circa gefühlte 3 Millionen Taxis. Aber ich muss auch sagen, dass ich mich hier mittlerweile auch echt an den Verkehr gewöhnt habe. Man stirbt nicht mehr gleich an einem Herzinfarkt, wenn man die Fahrmanöver hier sieht. So langsam überblicke ich das Chaos. Und über die Straße gehen ist auch kein Problem mehr, denn die Autos, also die meisten zumindest, bremsen in jedem Fall. Denn einen Fußgänger anzufahren wird hier ziemlich streng geahndet hab ich mir sagen lassen. Also einfach loslaufen, aber dennoch so ein bisschen die Augen offen halten. Ich mein in Deutschland ist das alles kein Problem, denn man sieht ja es gibt zwei oder drei Spuren und über die muss man drüber. Hier hat man mal so vier und vor einer roten Ampel, wenn sie denn beachtet wird, können es dann schon mal so sechs oder sieben werden. Je nachdem wie viele Autos man neben einander quetschen kann. Und wenn’s dann gelb wird, dann geht das hupen los, denn man will je schnell los, aber meistens verknoten die sich beim Anfahren an die rote Ampel immer so, dass es ewig dauert bis man wieder weiter fahren kann, denn man muss das Wollknäuel ja erst mal wider entwirren. Ich finde es jedes mal wieder lustig. Am besten ist die eine Stelle wo extra ein „Hupen verboten“ Schild steht und genau da wird am meisten gehupt. Aber ich muss sagen Verkehrspolizist wäre ich hier nicht gerne. Es steht spätestens an jeder zweiten Straßenecke einer, denn manchmal sind die Ampelschaltungen etwas doof und behindern den Autofluss, dann regelt das einer der Polizisten, egal was die Ampel anzeigt. Aber den ganzen Tag da am Wegesrand stehen, die Autoabgase einatmen und dann der ständige Lärm von Autos alleine, dann das Hupen, die Menschen …definitiv nichts für mich.

 

Was kann ich noch so berichten, vielleicht, dass jetzt dann ein paar unserer Mitbewohner ausziehen werden. Der eine Belgier fliegt am Mittwoch, der andere am Donnerstag, unser Leipziger fliegt auch am Ende der kommenden Woche und Ida wird in ein anderes Haus ziehen. Da wohnt schon eine andere Norwegerin und außerdem vermietet dieses Haus eine syrische Witwe und sie erhofft sich daher, dass sie mehr Arabisch sprechen wird. Aber ich denk sie wird uns immer wieder besuchen.

 

So habe grad Besuch von Arnout gehabt, der mir ganz stolz erzählt hat, dass er gerade das erste Mal sein Essen auf Arabisch bestellt hat. Das ist schon ein Erfolg für noch nicht mal vier Wochen Arabischkurs für einen absoluten Anfänger.

 

Ok, jetzt fällt mir grad nichts mehr ein, aber ich kann ja auch später noch weiter schrieben, denn ich bin ja zu Hause und kann es eh noch nicht online stellen.

 

So, jetzt geht’s noch ein bisschen weiter, habe grad ein bisschen Konversation mit den Belgiern geübt. So nach dem Motto was isst du gerne, was sind deine Hobbys und so weiter und so fort.

Die andern gehen grad alle so irgendwie ins Bett, aber ich bin grad wieder voll hibbelig von den Tabletten, schlafen ist eh nicht drin.

 

Gestern war die Laylat al-Qadr. Die Nacht in der der Koran offenbart wurde. Ok, jeder weiß sicher, dass der Koran nicht an einem Tag dem Propheten Muhammad offenbart wurde, sonst gäbe es ja nicht mekkanische und medinensische Suren. Aber gestern war die Nacht in der der Koran vom 7.Himmel von Gott als Buch, oder Steintafeln oder wie auch immer in den untersten Himmel an den Engel Gabriel offenbart wurde. Der dann den Koran in Stücken an den Propheten weitergegeben hat. Deswegen war die ganze Nacht hier was los, aber damit mein ich keine Partys, denn alle Diskotheken und so hatten zu. Jede Moschee hat zu einer anderen Zeit irgendwelche Gebete oder so was durch die Lautsprecher verbreitet und es kamen immer wieder Kanonenschüsse, ich nenn das mal so. Diese Schüsse hat man eigentlich bisher immer erst abends gehört, wenn das Fastenbrechen angegeben wurde. Letzte Nacht kam das öfter und dann ist da immer noch jemand mit irgendwas an unserem Haus vorbeigelaufen oder gefahren und hat durch Lautsprecher was erzählt, aber es war 4 Uhr in der früh und mich hat das in dem Fall dann nicht so interessiert. Ich wollte eher schlafen.

 

Mittlerweile wird es hier auch schon ein bisschen kälter. Also in der Stadt ist es eh immer wärmer, als in der Altstadt in der wir wohnen. Denn hier sind hauptsächlich kleine Gässchen und so, in die nicht so viel Sonne fällt. Und im großen Innenhof von unserem Haus ist es dann immer noch ein bisschen kälter. Also früh morgens ist es echt schon frisch. Und die letzten Tage hat man richtig gemerkt wie das Wetter sich verändert. Wir haben voll den starken Wind, in Deutschland kenn ich das eigentlich nur kurz vor einem Sturm. Und es hat gestern sogar „geregnet“, wenn ich das mal so nennen soll. Der Himmel war sehr stark bewölkt und da kamen auch tatsächlich ein paar Tropfen raus. Aber nur so 10 Minuten und auch nicht viele. Wir hatten uns Gedanken gemacht, ob wir unsere Wäsche von den Leinen nehmen sollen, aber es war gut, dass wir uns diese Mühen erspart haben, denn nach den 20 Tropfen war’s echt nicht nötig.

 

Gerade hab ich unserer syrischen Mitbewohnerin, Daro, noch ein kleines Interview gegeben, denn sie möchte einen Artikel über das Spracheninstitut schreiben, an dem wir unsere Sprachkurse haben. Sie wollte wissen was mir gefällt und was nicht, wie das Unterrichtskonzept ist, was wir für Texte behandeln, wie die Lehrer sind, ob kompetent oder nicht. Naja, ich glaub ich hab ihr einen halbwegs guten Überblick geben können, nicht nur was ich so für Erfahrungen gemacht habe, sondern auch was die anderen in den anderen Kursen immer erzählen. Wird dann wohl in einer syrischen Zeitung erscheinen, natürlich alles anonym. Aber ich hoffe sie zeigt mir ihren Artikel, auch wenn ich ihn wohl nicht verstehen werde. Ich meine sie hat ja auch die besten Vorraussetzungen so einen Artikel zu verfassen, hier in unserem Haus sind wir ja fast alle an dem Institut und sie hat ja auch die letzten Wochen mitbekommen was wir immer so gelernt haben, und uns, oder zumindest mir geholfen, wenn ich etwas nicht verstanden habe. Sie hat mir jetzt vorhin auch den Unterschied zwischen zwei Konstruktionen erklärt, den ich bisher noch nicht ganz verstanden hatte und meinen Lehrer in der Uni aber leider nicht fragen konnte. Denn er versteht ja kein Englisch und dann über so grundlegende Sachen mit Grammatik mit ihm zu diskutieren, ich glaube das hätte nicht funktioniert. Denn ich habe echt schon die letzten beiden Tage hin und her überlegt wie ich ihm begreiflich machen könnte, was genau ich von ihm wissen möchte…aber so hab ich mein Problem in zwei Minuten schon gelöst bekommen.

 

 

So ich glaub das war so im Großen und Ganzen was wir in den letzten Tagen so erlebt haben.

 

Ich melde mich bald wieder, aber jetzt muss ich mal was lernen, denn wir haben ja diese Klausur.

 

Viele Grüße an alle in Deutschland und ich hoffe euch friert es alle nicht so sehr, lasst mal wieder was von euch hören!!

30.9.08 21:22


Alte Bekannte

Flughafen München. Der erste alte Bekannte. Letztes Mal durfte ich viel Geld für wenig Übergepäck zahlen. Dieses Problem gab es diesmal nicht. Aber für Passagiere nach Israel hat sich München jedoch etwas ganz besonderes einfallen lassen: Eine eigene Halle, die man nur von draußen betreten kann und auch erst wenn sie aufgemacht wird, drei Stunden vor Abflug. Wer zu früh kommt wartet. Notfalls auch bei 10 Grad. Aber das macht auch nix, denn danach geht es ab durch die Gepäckabfertigung (ein Witz im Gegensatz zu den israelischen Kontrollen), ins persönliche Israel-Gate mit einer winzigen Bar und einem winzigen Duty-free shop. Fernab von der restlichen Flughafenmetropole.

Zum Flug selber sag ich mal lieber nix. Ich bin jedenfalls unversehrt gelandet und auf abenteuerlichen Wegen (mit dem Zug) nach Tel Aviv gescheppert. Nicht ohne vorher die Security Menschen zu daten. Die hatten meiner Charmeoffensive allerdings wenig entgegenzusetzen und mussten mich ziehen lassen.  Tel Aviv, die zweite Bekannte und mein lustiger Freund Avishay mit seiner noch lustigeren WG - die dritten Bekannten. Die erste Nacht wurde also in Tel Aviv verbracht.. als wär ich nie weggewesen...

Aber man muss sich ja auch von lieben Dingen trennen und deswegen sitz ich jetzt hier in dieser eigenartigen Stadt, die sich Haifa nennt und sich nicht entscheiden kann, ob sie "arabischen oder israelischen" Charakter hat. Vielleicht wäre die genaue Bezeichnung auch "arabischer oder westlich-jüdischer" Charakter und das Ergebnis ist dann israelisch. Ich bin mir darüber noch nicht so sicher, werde euch über meine Erkenntnisse jedoch auf dem Laufenden halten.

Der erste Tag an der Uni war natürlich auch von Chaos geprägt, und Orientierungslosigkeit und so... wir werden sehen, wo das noch alles hinführt. Jedenfalls schwirren hier lauter internationale Studenten rum, die alle unter den Fittichen der international school stehen, von den Wohnhäusern bis hin zu diversen Ausflügen. Als Part-time student bin ich davon netterweise ausgenommen und noch nicht sicher, ob ich das gut oder schlecht finde. Auch darüber werdet ihr bald mehr erfahren.

Nächste Woche ist jedenfalls erstmal frei, wie ich herausgefunden habe, weil viele Feiertage (Rosch haSchana und so)... da wird die Reise weitergehen zu noch lieberen alten Bekannten - nach Jerusalem und vor allem nach Ramallah... oh wie ich frohlocke.. (kleiner poetischer Zusatz für Kathrin L.)

Es grüßt aus altbekannten Orten die altbekannte

Sarah

22.9.08 17:22


Lebensalltag

Ok, es is mal wieder wenig Zeit vergangen. Was is denn alles passiert. Naja, wir ham mittlerweile ne 6 Tage Woche, denn wir haben, weil Ramadan is, auch Samstags Uni. Des heisst nur Freitag frei. Naja, am Donnerstag warn wir dann hier mal in der Disse. Echt toll. Des Ding heißt Cave de Baal. Hat mich irgendwie an den Zirkel erinnert. So ne Steindecke und eng und klein. Naja, sehr toll also. Als wir dann nach Hause gekommen sind gabs noch voll den Stress. Wir waren grad angekommen und kurz nach uns kam ne Brasilianerin. Ach wir sind nun 17 Leute hier im Haus, und wir waren fast alle gemeinsam in der Disse, nur Sacher war nich dabei, weil er in Ägypten für nen Auftritt war. Naja, auf jeden Fall kam die dann rein und wollt schaun ob ihre Freundin schon da is und sie hatte nen Typen dabei, der außen gewartet hat. Naja, als sie dann wieder raus is um sich von dem zu verabschieden kam auf einmal irgendein Typ und hat sie angemault dass sie da nich reindarf, weil sie da angeblich nich wohnt. Naja, dann ging der Streit erst richtig los. Dann kam er rein und hat uns alle irgendwie blöd angeblafft. Dann kam noch der eine Belgier der eine Syrerin abgeschleppt hatte. Dann is es fast eskaliert. Der Typ war Syrer und strunzbesoffen und meinte irgendwie er is mit dem wahren Besitzer verwandt. Der hat sich auf jeden Fall voll aufgespielt. Unsre kleine Syrerin, die Daro, is saumäßig wütend geworden. Sie hat voll rumgeschrien und alles. Irgendjemand hat dann unsern Vermieter gerufen, der war dann richtig sauer, weil er um 4 aufstehen musste. Dass der eine ein syrisches Mädel dabei hatte hat ihn nich mal interessiert. Naja, wir hams dann irgendwie geschafft des ganze zu entschärfen. Am nächsten Tag ham wir eigentlich nichts gemacht. Ansonsten machen wir nicht viel, sitzen rum, trinken, essen, lesen, machen n Haufen Hausaufgaben… Naja, heut hatten wir einen krassen Trip durch die syrische Bürokratie. Wir haben nämlich unsre Aufenthaltsgenehmigung verlängert. Wir mussten für 15 Lira einen Zettel kaufen auf den wir dann unsere Namen und unsere Adresse schreiben mussten. Dann musste man sich ne Briefmarke für 15 Lira kaufen. Warum auch immer. Naja, dann sind wir in so ein Zimmer wo circa 5 oder 6 verschiedene Beamte saßen, die ham dann irgendwas in den Computer eingetippt, was auf nen Zettel geschrieben und dann mussten wir ein Stockwerk hoch, zum Oberchef. Der hatte voll des Riesenzimmer, der hat uns dann angeschaut, kurz genickt, auf den Zettel seine Unterschrift drauf gesetzt und dann Tschüss gesagt. Dann mussten wir wieder zu den Haufen Beamten, die ham dann irgend nen Stempel reingehaut, dann mussten wir wieder zu nem anderen, bei dem ham wir dann noch mal Stempel bekommen. Und dann waren wir fertig. Jetzt dürfen wir weitere 2 Monate hier bleiben. Und dann müssen wir das wieder machen. Ja, ansonsten bin ich hier schon mal mit Arnoult verloren gegangen. Wir haben alle nen anderen Weg nach Hause von der Uni ausprobiert und seine Tasche war kaputt, dann wollten wir sie im Suq nähen lassen. Tja, da waren die anderen dann weg. Er meinte er kennt den Weg, aber nach ein paar Kreuzungen hat sich herausgestellt, dass er auch mehr geraten hat. Wir sind dann in Bab al-Salama rumgelaufen, wir haben dann gemerkt, dass es ein recht konservatives Viertel sein musste, denn wir wurden echt blöd angeguckt. An der einen Stelle wollte ich dann nachfragen, aber wir müssen schon soooo große Fragezeichen in den Augen gehabt haben, bevor wir auch nur den Mund aufgemacht haben hat einer gemeint, „Bab Tuma this way!“. Wir sind dann an der alten Stadtmauer entlang gelaufen, was echt schön war. Nur es war sauheiß, als Entschädigung hab ich dann nen frisch gepressten O-Saft bekommen. Naja, ansonsten machen wir wie gesagt in Moment nicht viel, weil wir einfach so viel für den Kurs machen müssen. Aber danach ham wir 8-9 Tage frei. Dann werden wir wohl nach Latakia und Aleppo fahren. Das is so mal grob der Plan. Denn wir wollen noch im Meer schwimmen können. Aber wir haben mit dem rumfahren echt Zeit, denn was wir bisher von den anderen Studenten gehört haben, die vor uns hier waren, is des mit dem Praktikum nich so wie man sich das vorstellt. Denn man kriegt da irgendwie ein paar mal erklärt was die so machen und man trinkt Tee und dann wissen se nich mehr was sie mit dir tun sollen. Und dann verläuft sich das irgendwie so im Sand. Und so kurz vor Weihnachten ham wir genügend Zeit und dann eben im Januar und Februar. Auch etwas. Jetzt gerade macht unser Tänzer mit Tina, Anna und Dalal irgendwie wenig Schmarrn und zeigt ihnen irgendwelche Tanzschritte. Nils übt Gitarre in seinem Zimmer. Und manche machen Hausaufgaben. Muss ich heut auch noch irgendwann machen. Wir ham auch grad noch nen Deutschen da. Der kam heut Nachmittag einfach und is seit dem hier. Er wollt nur mal sehn wo wir wohnen und was wir so machen. Woher der wusste wo wir wohnen kann ich nich sagen. Aber was ich jetzt schon von mehr Leuten gehört hab is, dass das Haus hier, in dem wir wohnen, bekannt als die Parylocation war. Mal schaun ob wir das auch wieder so hinkriegen. Wir wollen demnächst auch machen und irgendwie wissen des schon alle und warten nur noch auf das Datum. Wir wurden auch schon angesprochen „Ach, ihr seid die Gruppe aus Erlangen!“, und ich dacht mir auch nur so…“ok, warum kennt uns denn schon jeder?“ Naja, ach noch ne strange Geschichte: Gestern kam unser Vermieter und hat im Hof nen Tisch aufgebaut, Geschirr aus der Küche geholt und dann kamen 3 verschleierte Frauen und ein Kind und die haben hier Fast Food gegessen, von Winners. Wenn man des W davon umdreht, dann hast du das McDonalds M. Naja, auf jeden Fall saßen die dann da, ham gegessen, wir ham se eiunfach nicht beachtet, außerdem waren wir mit Nils’ selbstgebackenem Apfelkuchen beschäftigt. Des beste war dann, dass er einfach gegangen is und seinen Dreck dagelassen hat. Ich mein wir haben jemanden, der hier alles putzt, aber echt, kann der nich zu Hause essen??? Naja, mal schaun was er sich noch alles rausnimmt, weil wenn er einfach zu sehr nervt, dann werden wir wohl schon etwas deutlicher werden. Naja, ok ich glaub des wars mal wieder für heut. Ich muss mal was anderes machen. Ach ich hoff ich kann endlich Fotos in StudiVZ hochladen. Bis bald!
14.9.08 20:19


Salam aleikum und Shalom!

Auf dieser Seite könnt ihr während der nächsten Monate spannende und weniger spannende Geschichten über unsere Aufenthalte in Syrien, dem Jemen, dem Iran und Israel und den palästinensischen Gebieten, sowie sämtlichen angrenzenden Ländern lesen. Nach dem Motto "Hauptsache Nahost" wollen wir euch nicht nur über unser Leben vom Mittelmeer bis zum Golf von Aden auf dem Laufenden halten, sondern euch Einblicke in die Alltags- und Ausnahmesituationen unserer Heimaten auf Zeit ermöglichen, mit bekannten und unbekannten Facetten.

Wir hoffen auf euer Interesse und eventuelle Anmerkungen und Vorschläge, die euch zusätzlich interessieren. Viel Spaß beim Lesen.

Euer Nahostblog

 

8.9.08 12:18


Vorbereitungsphase

Der Tag rückt näher, das Adrenalin steigt. In zweieinhalb Wochen geht es auch für mich los und in Kürze könnt Ihr hier noch mehr Abenteuer aus dem Nahen Osten vernehmen. Im Moment scheint alles, als ob nix läuft wie geplant, aber wir wissen ja, es kommt immer anders als man denkt. Als lassen wir uns überraschen.

Bis bald auf dieser Seite aus dem Nahen Osten

8.9.08 12:09


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