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Feiertage

Das tollste an Israel sind definitiv die Ferien. Allein der Oktober beschert mir zwei Wochen davon. Und während die Israelis ihre Feiertage begehen, an denen sie NIX tun, nutze ich die Zeit, dahin zu fahren, wo ich mich am Wohlsten fühle: In die Westbank!

Seltsam, dass ich mir dort so wohl fühle, eigentlich ist alles komplizierter... die Mobilität, mein Dasein als weibliches europäisches Wesen und so weiter. Trotzdem schaffen es die Palästinenser, dass man sich zu ihnen hingezogen fühlt, irgendwie daheim, dazugehörig. Paradoxerweise ist auf der anderen Seite der Mauer alles leichter und angehmer. Für mich zumindest.

Dort finde ich auch, warum ich hier bin: Menschen, die interessiert sind an dem, was in diesem Land wirklich passiert, anstatt Eretz Israel so zu sehen,wie sie es möchten. In Haifa kann man leicht verdrängen, dass man sich an einem Platz befindet, der regelmäßig in den Nachrichten aufaucht. Zu leicht. Man kann sich mit alltäglichen Dingen bschäftigen. Als Student der international school kann man sogar an wildromantischen Ausflügen mit Übernachtung teilnehmen und Schabbat Dinner unterm Sternenhimmel kochen. Wie vor 60 Jahren zu Zeiten der ersten Israelis. Natürlich in Absprache mit den Sicherheitskräften. Ein romantisches Bild von einem Land, das nicht mehr die Ideale von vor 60 Jahren hat. Ausflüge in die Westbank, nach Gaza und neuerdings auch nach Ägypten sind nicht gestattet: Terrorgefahr und die Versicherung greift nicht. Ach so! Na dann bleiben wir mal lieber in sicheren Gefilden nicht wahr.

Ein paar Kilometer weiter südlich sieht das Leben anders aus. In Jerusalem liefern sich strengreligiöse Menschen eine Art Glaubenskrieg und zwanzig Minuten später fängt die Westbank an. Einige Dinge haben sich geändert im letzten Jahr. Die Straße hinter Qalandiyya verdient jetzt den Titel Straße. In Ramallah verzeichnet das Projekt "Zebrastreifen" erste Erfolge, nachdem rundum Eisengeländer aufgestellt wurden, die zu einer Benutzung dieser seltsamen weißen Striche zwingen. Ein herrlicher Anblick. Das Chaos ist immer noch dasselbe. Al-7amdulillah! Nur ein bisschen verringert dieser Tage, da immer noch Ramadan ist.

Von Ramallah führt es mich weiter zum eigentlichen Ziel meiner Reise: Nach Zahariyye, einer kleinen Stadt nahe Hebron, umgeben von orangefarbenen Lichtern unzähliger Siedlungen.

       

Hier wohnt die Achtköpfige Familie meiner Freundin Abeer, die mich schon als Familienmitglied aufgenommen haben. Die nächsten Tage sind geprägt von Essen - es ist 3eid, das Fest des Fastenbrachens - Ma3mul backen, schlafen, ausspannen, Argilah rauchen... Man redet über das was passiert ist im letzten Jahr in der Westbank im Allgemeinen und Hebron im Speziellen. Über das Leben in Zahariyye. Macht Besuche. Freut sich einfach, wieder beisammen zu sein.                                                  

 Diskutiert mal wieder Islam und Christentum ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Spaziert durch Zahariyye - Zahariyye besitzt sogar so etwas wie eine Altstadt, die mit internationalen Geldern restauriert wurde. Ein schöner Fleck. Schade, dass die Touristen ausbleiben werden. - Schmiedet Pläne für die nächsten 4 Monate.

             

  Diskutiert weiter über die üblichen Themen - Palästina, Israel, Hamas, die Zukunft...Mit Abeers Bruder Nassar verstricke ich mich in eine fünftägige Diskussion über "Haram" (Verbotenes) und Familienehre begleitet vom Rauch der Argilah.... 

 

 Mein Arabisch taucht aus verstaubten Ecken langsam wieder auf und ermöglicht mir auch 20wörtigre Konversationen mit den jüngeren Mitgliedern der Familie. Ich genieße diese fünf Tage in Zahariyye.

Als Nassar mich zum Taxi zurück nach Haifa - über Hebron, Bethlehem, Jerusalem, Tel Aviv - bringt, läuft eine verschleierte Frau, die ich noch nie gesehen habe, an uns vorbei und flüstert ihrem Sohn etwas zu. Nassar und ich lachen. Sie sagte einen Satz, den ich die Tage öfter auf der Straße vernommen habe : Hadha Sa7iba Abeer min Almanya - Das ist Abeers Freundin aus Deutschland. Ich bin schon eine kleine Berühmtheit in Zahariyye. Ausländer verirren sich normalerweise nicht hierher.

 Der Heimweg dauert ca. 4,5 Stunden. Zwei Stunden von Jerusalem nach Haifa. Und zweieineinhalb STunden von zahariyye nach Jerusalem -für einen Weg, der nicht länger als eine Stunde dauern dürfte.

Willkommen zurück in der Westbank!

4.10.08 18:28
 


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