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HAIFA

Sechs Wochen sind inzwischen ins Land gegangen. Die Zeit rennt schon wieder und der Alltag nimmt seinen Lauf. Nach einer mehr oder weniger langen Auszeit in der Westbank lasse ich mich nun allmählich auch innerlich in Haifa nieder. Somit wird es Zeit, ein paar Zeilen über meinen Eindruck dieser außergewöhnlichen Stadt und mein Leben in derselbigen zu schreiben.

Während meine Kommilitonen größtenteils immer noch die Dorms bevölkern, habe ich inzwischen im unteren Viertel der Stadt Verstärkung aus Ramallah bekommen, von Veronika, die ich letztes Jahr im Goethe-Institut Ramallah kennengelernt habe. Lustigerweise sind wir Nachbarn und somit seit zwei Wochen „Homies“.

Doch zuerst eine Erklärung von oben und unten in Haifa. Fangen wir oben an: „Oben“ befindet sich die Universität von Haifa, an der auch ich derzeit so etwas wie eine Studentin bin. Ein schöner Campus auf dem Gipfel des Karmelberges mit wunderschöner Aussicht über die Umgebung. Hier verbringe ich vier Vormittage die Woche in dem verzweifelten Versuch, Hebräisch zu erlernen. Unglücklicherweise bringe ich regelmäßig Arabischkenntnisse mit ein, was vor allem meine religiöse Lehrerin doch sehr verwirrt. Aber macht nix, Verwirrung stiften hat mir ja schon immer Spaß gemacht… Im Übrigen ist diese Uni quasi eine ganze Stadt, neben der großen Bibliothek – inklusive Hans Wehr und zahlreicher deutschsprachiger Bücher – gibt es tolle Läden und jede Menge Essen (ihr kennt mich ja). Das besondere an der Uni Haifa ist – wie auch in der restlichen Stadt – der große Anteil an arabischen Mitbürgern. An keiner anderen Universität gibt es so viele arabische Studenten wie in Haifa und nach außen funktioniert das ganze sogar.

Fährt man von der Universität weiter in die Stadt, gelangt man in die Stadtteile Horev und Merkaz Carmel. Schöne, moderne Stadtteile mit exklusiven Läden, schönen Cafés und schicken Bars. Pflanzen säumen die Straßen und großzügige Häuser. Hier wohnt sozusagen der wohlhabende Teil Haifas.

Wie in den meisten an Hügeln gelegenen Städten gilt auch hier die Regel – je weiter nach oben desto exklusiver die Stadtteile oder umgekehrt – folgen wir den Straßen weiter hinab Richtung Meer gelangen wir nach ca. 30 Minuten von der Universität nach Hadar, meine derzeitige „Neighbourhood“. In Hadar braucht man eigentlich keine Hebräischkenntnisse, es reicht durchaus der russischen Sprache Herr zu sein. Vor Jahren galt Hadar als das „angesagte“ Viertel Haifas, doch nach dem Niedergang der Sowjetunion und der damit einhergehenden Massenemigration von Juden der Ostblockstaaten nach Israel, hat sich in Hadar ein Klein-Russland etabliert, der Regierung ist es bis jetzt nicht gelungen, die als „Flüchtlinge“ deklarierten Einwanderer in die Gesellschaft zu integrieren. Integration scheint auch in diesem Land keine Stärke zu sein.. Auf den ersten Blick scheint Hadar ein wenig chaotisch und „butzsch“, freakig ist es auf jeden Fall und genau deswegen mag ich diesen Stadtteil auch so gerne. Die Läden bieten unglaublich tolle Möglichkeiten zum Stöbern und in den Seitenstraßen findet man gemütliche Cafés, fernab von einer Großstadthektik.

Doch Hadar ist noch nicht der unterste Teil dieser Stadt. Direkt vor dem riesigen Hafen, der vor 60 Jahren Hauptaufnahmeplatz der vielen Flüchtlinge aus Europa war, liegt Wadi Nisnas, die arabische Nachbarschaft Haifas, ein süßer Stadtteil, mit alten verwinkelten Gassen, den typischen arabischen Gemüseläden und allem was ein arabischer Stadtteil sonst so bietet.

Die Verteilung der Stadtviertel spiegelt auch das Leben von Juden und Arabern an der Universität wieder. Mit einigen Ausnahmen kann man auch in Haifa wohl eher von einem „man lebt friedlich NEBENEINANDER“ als von einem man lebt „MITEINANDER“ reden. In Bussen und Sheruts wandern zu oft verachtende Blicke von einem zum Anderen und es scheint, als lägen zwischen Wadi Nisnas und Horev zwei Welten, die nicht nur grundverschieden sind, sondern auch nicht das Bedürfnis haben, miteinander zu verschmelzen. Dies sind jedoch nur erste Eindrücke, die ich in den nächsten Wochen noch vertiefen werde!

1.11.08 14:18
 


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